Wenn Sie sich vor dem Tapezieren fragen, ob abziehbare Vliestapeten wirklich kleine Unebenheiten kasc hier en, lautet die ehrliche Antwort: Ja, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Entscheidend ist die richtige Vorbereitung, gerade wenn Sie in einer Mietwohnung renovieren und später Schäden vermeiden möchten. Beginnen Sie damit, lose Putzreste und alte Farbschichten gründlich zu entfernen. Füllen Sie dann alle Löcher und Risse mit einer geeigneten Spachtelmasse, die Sie dünn auftragen und nach dem Trocknen glatt schleifen. Für feine Risse genügt oft ein Spachtelgang, während tiefere Stellen mehrere Durchgänge benötigen. Wichtig ist, dass Sie nach dem Schleifen den gesamten Staub entfernen, denn nur auf einem sauberen, leicht saugenden Untergrund haftet der Kleister später gleichmäßig. Wenn Sie also eine Wand mit leicht welliger Oberfläche haben, gleichen Sie diese Vorspachtelung nicht mit dickeren Bahnen aus, sondern verbessern Sie den Untergrund. Bei starken Unebenheiten von mehr als zwei Millimetern sollten Sie jedoch nicht auf Wunder hoffen, sondern besser eine dünne, vollflächige Spachtelung wie eine Art Feinputz auftragen. Nur so erreichen Sie ein glattes Ergebnis, das die abziehbare Vliestapete nicht durchscheinen lässt.
Beim Einlegen und Anbringen der Vliestapete spielt die Kleistertechnik eine große Rolle für den Ausgleich. Anders als bei Papiertapeten streichen Sie den Kleister direkt auf die Wand, nicht auf die Bahn. Das hat den Vorteil, dass die Bahnen trocken bleiben und sich leichter verschieben lassen, um sie exakt auszurichten. Für Unebenheiten ist dies ideal, weil Sie die Bahn beim Anbringen mit einem Tapezierwerkzeug sanft in die vorhandenen Vertiefungen drücken können. Arbeiten Sie dabei immer von der Mitte zur Kante, um Luftblasen und Falten herauszustreichen. Wenn Sie eine Stelle mit einer kleinen Delle haben, können Sie die Tapete dort vorsichtig mit etwas Druck andrücken, ohne sie zu dehnen – das Material gibt minimal nach und legt sich an. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht zu viel Druck ausüben, da Sie sonst die Raufaserstruktur oder das Prägemuster platt drücken. Nach dem Anbringen sollten Sie die Bahnen etwa zehn Minuten ohne Zug lassen, damit der Kleister antrocknet und die Tapete sich entspannt. Erst dann sollten Sie eventuelle Kanten nachziehen. Gerade in einer Mietwohnung renovieren Sie mit dieser Methode sauber, denn spätere Blasenbildung vermeiden Sie durch gleichmäßigen Andruck.
Besonders hilfreich ist die abziehbare Vliestapete, wenn Sie nach dem Trocknen feststellen, dass an einer Stelle noch eine minimale Wölbung bleibt. Da Sie die Tapete trocken abziehen können, haben Sie die Chance, die Stelle zu korrigieren, ohne die gesamte Wand zu beschädigen. Ziehen Sie die Bahn bis zur beanstandeten Stelle vorsichtig ab, spachteln Sie den Bereich erneut und kleben Sie die Bahn wieder an. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Tapeten, denn Sie können so lange nachbessern, bis das Ergebnis glatt ist. Wenn Sie dagegen mit einem groben Strukturputz arbeiten, wird keine Tapete die Schattenwirkung vollständig beseitigen. In diesem Fall sollten Sie sich bewusst sein, dass Unebenheiten zum Charme einer Altbauwand gehören und eine glatte Tapete sie sogar betonen kann. Für ein perfektes Ergebnis ist daher die Kombination aus sorgfältigem Spachteln und geduldigem Andruck entscheidend. Wenn Sie am Ende zufrieden sind, haben Sie nicht nur eine glatte Wand, sondern auch eine einfache Lösung für spätere Renovierungen – Sie können die Tapete trocken abziehen und die Wand neu gestalten, ohne dass Sie beim nächsten Mal in der Mietwohnung renovieren müssen. Planen Sie genügend Zeit für die Trocknung ein, dann hält das Ergebnis dauerhaft und sieht aus wie aus einem Guss.
